Wahlen in Trinidad und Tobago am 24. Mai 2010

Am 24. Mai 2010 wird in Trinidad und Tobago ein neues Parlament gewählt. Premierminister Ppatrick Manning hatte im April das Parlament auflösen und vorgezogene Neuwahlen ausrufen lassen. Zuvor gerieten er und seine Partei, die regierende PNM, unter erhöhten Druck von Opposition und Öffentlichkeit wegen verschiedener Korruptionsaffären und der gestiegenen Kriminalität. Die Oppositions-Parteien UNC und COP haben sich zu einem Bündnis zusammengeschlossen und möchten die Wahl mit einer gemeinsamen Liste bestreiten um die herrschende PNM von der Regierung ablösen zu können. In Trinidad und Tobago gilt das britische Mehrheitswahlrecht. Das bedeutet, dass der Gewinner eines jeden Wahlkreises in das Parlament einzieht. Die oppositionelle COP erhielt bei den letzten Parlamentswahlen landesweit ca. 20% der Stimmen ohne allerdings einen einzigen Sitz erobern zu können. Deshalb ist es für die Opposition von entscheidender Bedeutung, bei den Wahlen am 24. Mai mit nur einem Kandidaten pro Wahlkreis anzutreten um die Stimmen bündeln zu können...

Was bedeutet die Wahl für den Tourismus?

Natürlich kann nur darüber spekuliert werden, wie sich ein Machtwechsel auf den Tourismus in Tobago auswirken wird. Auch wenn in Port of Spain die Regierung wechseln sollte, so wird Tobago weiterhin von der PNM regiert werden. Tobago hat das Recht zur Selbstverwaltung und besitzt ein eigenes Parlament. Allerdings kann Tobago keine eigenen Steuern erheben. Tobago hat jedoch ein eigenes Tourismus-Ministerium mit z.T hoch bezahlen Beratern und verhandelt eigenständig mit Fluglinien und Reiseveranstaltern. Ein Regierungswechsel könnte das Land jedoch weiter nach außen öffnen und ausländische Investitionen - auch im Bereich Tourismus - erleichtern. Zur Zeit befindet sich der Tourismus in Tobago in einer Krise. Dies hängt einerseits mit der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise zusammen, die vor allem Besucher aus England seltener ins Ausland reisen läßt. Zum anderen ist aber auch der Service in nicht allen Hotels der Insel erstklassig und auch im Marketing des Produktes Tourismus gibt es noch Optimierungsmöglichkeiten. Außerdem sagt man sich, dass man aufgrund der eigenen Erdgasvorkommen nicht wie die karibischen Nachbarn wirklich auf den Tourismus angewiesen ist. Eine neue Regierung von Trinidad und Tobago könnte aber auch die Regierung von Tobago daran erinnern, dass die Erdgasreserven endlich sind und dass man auch in Tobago einen funktionierenden Dienstleistungssektor aufbauen sollte, der Tobago im 21. Jahrhundert ankommen läßt.

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